Linguine al tonno

Konservendosen findet man in meiner Vorratskammer nicht viele. Dieses einfache und schnelle Pastarezept hat sich trotzdem einen festen Platz in meinem Koch­repertoire erobert.
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Wenn ich mich zwischen Teigwaren, Reis oder Kartoffeln entscheiden müsste, würde mir die Wahl leicht fallen: Von Pasta könnte ich leben. Die Zubereitungs­möglichkeiten sind so vielfältig, dass es nie eintönig wird.
Die Vorlage zu «Linguine al tonno» stammt aus einem meiner liebsten Koch­bücher: «Viva la Pasta» von Antonio Carluccio. Es ist über 20 Jahre alt und hat mein Wissen über italienische Pasta einen entscheidenden Schritt voran­gebracht. Allein schon das Umschlagbild mit dem schel­misch grinsenden Carluccio macht gute Laune! Und die «Linguine al tonno» sind der beste Beweis dafür, wie lecker eine einfache Zubereitung mit wenigen Zutaten schmecken kann. Die Tatsache, dass der Italiener seit langem in England lebt und dort Karriere machte, ist kein Grund, misstrauisch zu werden. Antonio Carluccio ist ein leidenschaftlicher Botschafter der italienischen Küche.
Linguine al tonno
Die flache, etwas abgerundete Form der Linguine passt besonders gut zu Fischsaucen. Dieses Rezept soll zeigen, wie nützlich es ist, eine Dose Thunfisch vorrätig zu haben.
— Antonio Carluccio: Viva la Pasta
Das Spezielle an dieser Thunfisch-Sauce ist die Kombination von Knoblauch, Ingwer und Chili. Da die Zutaten bei mir meist vorrätig sind, eignet sich das Rezept perfekt für eine Mahlzeit auf die Schnelle. Das Gericht lässt sich auch leicht variieren, falls mal etwas fehlt. Es schmeckt auch mit frischem Fisch und Kirschtomaten. Die Version, die ich am liebsten mag, kommt aber zugegeben aus der Dose.

Wie man Pasta kocht

Pasta zu kochen, ist keine Kunst. Ein paar Dinge sollte man trotzdem beachten.

1. Ins Kochwasser kommt Salz, aber kein Öl. Bei der Wassermenge nicht sparen, spru­delnd kochen lassen, ab und zu um­rühren, und es wird nichts verkleben.

2. Bei Töpfen aus Edelstahl das Salz erst bei­fügen, sobald das Wasser kocht. Auf dem Pfannenboden liegende Salzkörner fressen sonst kleine Löcher in den Stahl. Das kann ich aus Erfah­rung bestätigen.

3. Wie viel Biss man unter «al dente» versteht, ist auch in Italien regional ver­schieden. In Rom war ich überrascht, wie roh die Pasta auf den Teller kam. Überkochte Nudeln sind bestimmt kein Genuss, aber ich plädiere für «al gusto» – wie man’s am liebsten mag. Wichtig ist einzu­berech­nen, dass die Teig­waren nach dem Ab­giessen noch nach­garen.

4. Beim Abgiessen lohnt es sich, etwas Koch­wasser beiseite zu stellen. Damit lässt sich bei Bedarf die Sauce verdünnen und bindet diese durch die enthaltene Stärke.

5. Die Pasta auf keinen Fall mit kaltem Wasser abschrecken, sondern tropfnass mit der Sauce vermischen und vor dem Servie­ren kurz ruhen lassen. Diese Methode hat zwei Vorteile gegen­über dem weit verbrei­teten Saucenklecks: Einerseits saugt die Pasta einen Teil der Sauce auf, andererseits kann so auch nichts mehr verkleben.

Linguine al tonno

Den Knoblauch und den Ingwer schälen und fein hacken. Kerne und Scheidewände der Chili entfernen und die Schote in schmale Streifen schneiden. Die Blätter der Petersilie abzupfen und zerkleinern. Die beiden Konservendosen mit Tomaten und Thunfisch öffnen.
Während man nun die Linguine in Salzwasser kocht, wird die Sauce zubereitet.
Dazu das Olivenöl, in dem der Thunfisch eingelegt ist, in eine Bratpfanne umgiessen und darin Knob­lauch, Ingwer und Chili sowie die Hälfte der Petersilie auf kleiner bis mittlerer Flamme garen, bis der Knoblauch leicht Farbe angenommen hat.
Die passierten Tomaten beigeben und köcheln lassen, bis die Pasta fertig ist. Zum Schluss kommt der Thunfisch hinzu, der mit einer Gabel oder einem Kochlöffel zerdrückt wird und nur noch erwärmt werden muss. Mit Salz abschmecken.
Die Linguine abgiessen, tropfnass in die Pfanne mit der Sauce geben, alles gut vermischen und kurz ziehen lassen. Vor dem Servieren wird die restliche Petersilie darüber gestreut. Wer möchte, stellt noch geriebenen Parmesan auf den Tisch, nötig ist es bei diesem Rezept aber nicht.

Zutaten
(für 2 Personen)

Linguine

1 Dose Thunfisch* in Olivenöl

1 Dose passierte Tomaten

1–2 Knoblauchzehen

gleich viel frischer Ingwer

1 Chili (frisch oder getrocknet)

glatte Petersilie

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Das gilt natürlich nicht nur für Thunfisch, aber ganz besonders: auf Produkte aus nachhaltiger Fischerei achten und in Massen geniessen.